Ich bin allein im Hotelzimmer zurückgeblieben, während die anderen sich aufgemacht haben, Janes Patienten aus dem Sanatorium zu befreien. Ich bin in den letzten Monaten nur sehr ungern allein ...besser gesagt, ich hab Angst davor. Nun sitze ich hier und versuche mich durch meine Bücher abzulenken. Hilft nicht viel. Ist vielleicht auch nicht gerade ein beruhigender Lesestoff, ich habe nur Sachen wie "Pentagramme - Geben sie wirklich Schutz?" oder "Die Magie der Steine". Die ganze Zeit habe ich das Gefühl, dass da draußen irgendetwas ist. Als ob mich irgendwer beobachtet. Hmm, vielleicht ist es unter Leuten, auch Fremden, angenehmer? Also lieber 'rüber in das Diner gegenüber! Ok, eben noch schnell Johnny einen Zettel geschrieben, falls sie früher zurückkommen als ich.
Ich bin gerade dabei meinen Namen unter die Notiz zu setzen, als mit einem lauten Klirren/Scheppern die Fensterscheibe zerspringt!! IM ERSTEN STOCK!! Umgedreht und mit Entsetzen sehe ich in das Gesicht eines gar schrecklichen Wesens. Ich versuche zu schreien, bekomme aber keinen Ton bei diesem Anblick heraus.
Es ist ein etwa zwei Meter großes geflügeltes Etwas. Es steigen leicht weiße Wölkchen vom gesamten Körper dieses Wesens in die Luft auf. Kommt es direkt aus der Hölle?? (*hmm, nach Schwefel riecht es zumindest nicht*) Es steht auf zwei kräftigen, mit Krallen bewehrten Hinterbeinen. Es greift mit den nicht weniger gefährlich aussehenden Armen nach mir. Der Schrecken läßt mich kollabieren, es wird schwarz vor meinen Augen. Ich merke noch, wie das Wesen beim ersten Versuch lediglich den Stuhl zu fassen bekommt. Danach weiß ich erstmal nichts mehr, lediglich die strenge Kälte, die von dem Wesen ausgeht, ist mir in Erinnerung.
Als ich wieder aufwache, habe ich arge Kopfschmerzen und fühle mich benommen, schläfrig. Ich liege in der Einfahrt der Klinik und neben mir steht ein Mann im Kittel. Ein Arzt? Oder gar was Schlimmeres? "Nimm Sie und trage sie zum Berg!", höre ich ihn noch sagen. Dann fällt mein getrübter Blick wieder auf das Wesen und ich bin froh, dass sie mir scheinbar Drogen verabreicht haben, da ich sofort wieder wegtrete.
Wieviel Zeit ist vergangen?? Und warum ist es so kühl? Und mein Rücken! Na gut, wagen wir einen Blick! AAARRGGHHH!! Ich fliege! Ohne Flugzeug! Nur ein gleichmäßiges Flügelschlagen ist zu hören und der Wind, der in den Bäumen rauscht. Zum Glück kann ich nicht sehen, was mich da trägt. Wenn es doch nur nicht so in meinen Rücken stechen würde. Und wo bin ich? Oh nein, jetzt verringert es seine Höhe!! Wenn es auf mir landet, werde ich es nicht überleben. Und wiederum wird mir schwarz vor Augen.
Mein Rücken, er tut so weh! Ich kann mich kaum bewegen und meine Augen liefern mir keine Eindrücke mehr!! Aber da sind Stimmen, gut ich scheine noch am Leben zu sein. Ich finde mich in einer Art Keller wieder. Scheinbar direkt in die Natur hereingehauen. Es ist die meiste Zeit dunkel, nur von Zeit zu Zeit bringt mir jemand Essen und macht dafür das Licht an. Sie sind sogar so 'menschlich', dass sie mir erlauben, auf humane Art meine Bedürfnisse zu befriedigen. Ist zwar 'nur' ein besseres Plumpsklo - so eine Chemo-Toilette - aber immerhin. Ich scheine irgendwo im Wald in einer kleinen Hütte gefangen zu sein. In der Zeit des Horchens, wo ich im Keller eingesperrt bin, gefesselt und geknebelt, höre ich ab und zu Wortfetzen: "Sieg", "Vernichtung", "Beweise", "er, der nicht genannt werden darf", "bald ist Neumond", "größte Chance".
Doch dann, ich weiß nicht, wie lange ich nun schon hier bin, passiert etwas. TUMULT, Lärm von oben. Ich höre Schüsse. Menschen schreien auf. Dann Ruhe. Aber nur für kurze Zeit. Dann nochmal ein Schuß, gefolgt von einem Aufschlag ganz in der Nähe. Kurze Zeit später höre ich Johnny rufen!! Ja, er muß es sein! Trotz Knebel versuche ich so laut zu sein, wie es geht... und wenig später ist er bei mir und nimmt mir die Fesseln - Klebebänder - ab. Aber dieser Schmerz ist einfach zu ertragen. Auch Dave ist da. Aber es ist immer noch dunkel.
Auch als sie mich nach oben bringen, wird es nur wenig heller. Scheinbar wurde die Beleuchtung zerstört. Auch Sarah und Jane sind da. Alle sind recht aufgeregt und erzählen was von Beschwörung oder so.
Sarah vertritt die Meinung, hier schleunigst abzuhauen, da ja zwei entkommen sind und vielleicht holen sie ja Verstärkung. Dave und Johnny hingegen sind dafür, den beiden zu folgen, da sie wohl zur Lichtung hin sind und dort etwas Grausiges herbeiholen wollen. Na gut, Sarah läßt sich breitschlagen und kommt mit. Es werden ein paar Taschenlampen gefunden, so können wir immerhin sehen, wohin wir treten. Im Schein der Lampen sehe ich, dass Johnny und Dave arg bluten und sich grade mal so noch auf den Beinen halten können. Sarah hält ihren linken Arm recht merkwürdig. Nur Jane scheint noch einigermaßen ok zu sein.
Wir folgen einem besseren Trampelpfad, der uns, wie ich erfahre, zu einem Beschwörungsplatz bringt. Nach einer Weile kommen wir auch zu einem Ort, wo ich ein kleines Feuer ausmachen kann und zwei Leute singen höre. Worte, die ich noch nie vorher gehört habe. Sarah will auf die beiden zu gehen, da bricht von oben durchs Geäst wieder so ein Geflügeltes Etwas. Oh, nein nicht schon wieder! Ich mache mich so klein wie möglich... Irgendwann später werde ich von Sarah und Jane wieder in die Realität geholt und wir machen uns auf den Weg zurück.
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