Ihr habt es schon gelesen, hier geht es um das Thema, über das in Literatenkreisen so viel wie über wohl kein anderes geredet worden ist: Die Rechtschreibreform. Nach einer persönlichen Schätzung sind in Deutschland quer durch alle Bevökerungsgruppen 95 % der Leute gegen die Rechtschreibreform, und der Rest sagt lieber nichts dazu. ;-) Nun, auch ich bin mit der Reform nicht ganz zufrieden, aber was mich persönlich am meisten an der Rechtschreibreform stört, ist etwas anderes: Viele Journalisten, besonders die vom SPIEGEL, aber auch viele andere, und natürlich (fast) alle Schriftsteller, haben wegen der Reform viel Zeit darauf verschwendet, Essays dazu bzw. dagegen anstatt kritischer Artikel zu wichtigen Themen bzw. guter Romane zu schreiben. Das ist meiner Meinung nach der größte Nachteil, den die Rechtschreibreform mit sich gebracht hat. >:-> Tut mir leid, aber ich kann mir wirklich Schlimmeres vorstellen als die Rechtschreibreform (und nebenbei, es sind in den letzten Jahren auch wirklich schlimmere Dinge passiert).
Mir hat die Rechtschreibreform insofern genützt, als dass sie mir etwas zu Bewusstsein geführt hat: Nur Schüler und Beamte sind laut Gesetz dazu verpflichtet, sich nach dem Duden zu richten. Allen anderen - auch Schriftstellern - ist es freigestellt, ob sie sich jetzt daran halten oder nicht.
Also halte ich mich an das Gesetz - und schreibe so, wie es mir passt. Teilweise so, wie es nach der Rechtschreibreform jetzt richtig ist, aber nicht unbedingt immer.
Das ist nur mein persönlicher Lösungsvorschlag. Niemand ist verpflichtet, auch dabei mitzumachen. Nehmt Euch die Reform nicht zu sehr zu Herzen und bringt mich nicht um, weil ich in die Diskussion von so einem unkorrekten Standpunkt aus eingegriffen habe. ;-)
Nachsatz: Wie gesagt, viele Schriftsteller halten die Rechtschreibreform für das Schlimmste, was der Kunst widerfahren könnte. Aber ich finde: Was tausendmal schlimmer ist als die dümmste Rechtschreibreform, ist immer noch die Zensur. Mir persönlich wären sogar zehn Rechtschreibreformen lieber, als wenn ich einen Text von mir umschreiben müsste, nur weil er irgendwelchen Zensoren nicht passt.