Kabbala in KULT

Vorwarnung:

In diesem Text geht es um die Kabbala, die in KULT zu den okkulten Wissenschaften zählt. Ich möchte hier nur die KULT-Autoren zitieren: "Magie und Okkultes sind als historisches Phänomen interessant, als eine Art Spielzeug sehr unterhaltsam, aber absolut idiotisch, wenn man eine Religion oder Wissenschaft daraus machen will."

Was für eine Rolle spielt die Kabbala in KULT?

Beschrieben wird sie im Quellenbuch "Heart, Mind and Soul" (nur auf Englisch erhältlich, wenn überhaupt). Sie ist der magische Schlüssel des Volkes Israel; in ihr werden die Diener des Demiurgen beschrieben, und ihre Beziehungen untereinander. Hier wird enthüllt, wie der Demiurg (Ain Sof genannt) die zehn Sefiroth (Archonten) erschaffen hat, und danach Malkuth die Illusion, um die Menschheit einzukerkern. Kabbala kann benutzt werden, um die Wächter der Illusion zu verstehen - und sich vor ihnen zu schützen. Kabbala ist die erste der okkulten Wissenschaften. Okkultisten erlernen meistens als erstes Kabbala, um sich vor den Liktoren und Todesengeln zu schützen.
Aber die Kabbala bietet auch eine Beschreibung des Demiurgen. Die zehn Archonten und ihre Schatten, die Todesengel, sind Erweiterungen des Bewusstseins des Demiurgen. Alle seine Diener, vom höchsten Archonten bis zum niedrigsten Diener, sind Erweiterungen von Ihm selbst. So gesehen ist die Kabbala auch ein Bildnis des Menschen, da der Demiurge von seiner Natur her menschlich ist.

Geschichte der Kabbala

Die Kabbala ist eine mystische Tradition der Juden, eng verbunden mit dem Studium der heiligen Schriften. Nach der Legende hat der Demiurge die Geheimnisse der Kabbala einigen seiner Archonten vor der Gefangenschaft des Menschen gelehrt, und die Archonten gaben die Geheimnisse einigen Menschen weiter.
Die kabbalistischen Schriften, die es heute gibt, entstanden in der nachchristlichen Zeit. Es gibt ein paar Standardwerke, aus denen fast alle späteren Texte ihre Informationen beziehen. Die vier ältesten sind: Sepher Yetzirah, das Rabbi Akiba 120 n. Chr. geschrieben haben soll; Sepher Ha Zohar von Ben Jochai, zirka 160; Das Buch der Offenbarungen in der Bibel; und Rabbi Ezras Kommentar über die zehn Sephiroth aus dem 13. Jahrhundert.
Während dem 13. Jahrhundert breitete sich die Kabbala rasend schnell aus. Die Lehren wurden von den Juden in Spanien entwickelt und erneuert, wo sich damals Christentum, Judentum und Islam trafen und für über ein Jahrhundert gegenseitig bereicherten. 1305 wurde der bekannteste kabbalistische Text veröffentlicht: Zohar von Moses de Lyon.
Bis zum Jahr 1600 wurde die Kabbala in die okkulten christlichen Traditionen eingebunden und nahm Aspekte des Christentums in sich auf. Die jüdische Kabbala selbst entwickelte sich auch weiter und konzentrierte sich dabei speziell auf Textanalyse. Der hebräische Originaltext des Alten Testaments wurde analysiert, wobei ein kompliziertes System von Korrespondenzen aus dem hebräischen Alphabet Verwendung fanden. Dieser Zweig der Kabbala fand keine weitere Verbreitung innerhalb des christlichen Okkultismus, da nur wenige Praktizierende Hebräisch können.
Während dem 17. und 18. Jahrhundert wurde die Kabbala mit den anderen okkulten Wissenschaften vereinigt. Verbindungen mit Astrologie, Tarot und Numerologie wurden gemacht. Eine richtige Wissenschaft wurde entwickelt, eine magische "Kreuzungswissenschaft" mit Kabbala als Mittelpunkt. Diese Verbindung wurde von den Freimaurern, den Rosenkreuzern und anderen okkulten Gesellschaften, die während dem 18. und 19. Jahrhundert wuchsen und gediehen, vervollständigt.

Soweit die Geschichte aus "Heart, Mind and Soul". Darüber hinaus habe ich mir noch ein paar andere Gedanken gemacht; nachlesen könnt Ihr sie in dem Text "KULT in Israel".

Der Baum des Lebens

Die Basis der Kabbala ist der Baum des Lebens. Er ist eine grafische Repräsentation der Beziehungen zwischen den Archonten und Todesengeln. Weiter unten auf dieser Seite ist ein Bild des Baum des Lebens. Die zehn Kreise werden Sefiroth genannt. Zwischen ihnen gibt es 22 "Pfade", die die Beziehungen zwischen den verschiedenen Archonten und Todesengeln beschreiben. Jeder Pfad repräsentiert auch eine Gruppe von Wächtern der Illusion. Die 22 Pfade und die zehn Sefiroth bilden die 32 "Straßen". Indem er diesen Straßen folgt, befreit sich ein Okkultist von den Einflüssen der Wächter der Illusion, entkommt ihrer Macht und wird frei von einem Teil der Illusion. Das ist das Geheimnis der Kabbala, die der erste der sieben Schlüssel ist.
Einige Mystiker sagen, dass die Kabbala benutzt werden kann, um den Demiurgen zu befreien. Er hat sich selbst eingesperrt, indem er sein Bewusstsein in den zehn Sefiroth und den 22 Pfaden dazwischen gefangen genommen hat. Wenn die 32 Straßen zerstört werden können, werden auch die Archonten und Todesengel zerstört, und der Demiurge bekommt seine menschliche Form zurück.

                            --------------
                            |   Kether   |
                            |    (1)     |
                            |   Pluto    |
                 (12)      / ------------\      (11)
(Linker Pfeiler,       /          |          \         (Rechter Pfeiler,
oder "Strenge")   /               |              \       oder "Gnade")
  ------------/                   |                   \------------
 |   Binah    |                   |                   |  Chokmah   |
 |    (3)     |-------------------|-------------------|     (2)    |
 |  Saturn    |       (14)        |                   |   Uranus   |
  ------------                    |                    ------------
      |    \                      | [(33)]                /    |
      |     \                     |                      /     |
 (18) |      \ (17)               |               (15)  /      | (16)
      |       \             - - - - - - -              /       |
      |        \                Da'ath                /        |
      |         \         * (Der Abgrund) *          /         |
      |          \              Neptun              /          |
      |           \         - - - - - - -          /           |
      |            \              |               /            |
      |             \             | (13)         /             |
  ------------       \            |             /      ------------
 |  Geburah   |       \    (19)   |            /      |   Chesed   |
 |    (5)     |--------\----------|-----------/-------|     (4)    |
 |    Mars    |         \         |          /        |   Jupiter  |
  ------------  \        \        |         /       /  ------------
      |            \      \       |        /     /             |
 (23) |        (22)   \    \      |       /   /  (20)          | (21)
      |                   \ \     |      / /                   |
      |                      ------------                      |
      |                     | Tiphareth  |                     |
      |                     |    (6)     |                     |
      |                     |   Sonne    |                     |
      |                  /   ------------  \                   |
      |        (26)   /           |           \  (24)          |
      |           /               |              \             |
  ------------ /                  |                 \  ------------
 |    Hod     |           (27)    |                   |   Netzach  |
 |    (8)     |-------------------|-------------------|     (7)    |
 |   Merkur   |                   |                   |    Venus   |
  ------------                    |                    ------------
            \   \                 | (25)             /  /
             \     \ (30)         |          (28) /    /
              \       \           |            /      /
               \         \        |         /        /
                \           \------------/          /
         (31)     \         |   Yesod    |        /   (29)
                   \        |    (9)     |       /
                     \      |  Der Mond  |     /
                      \      ------------     /
                        \         |         /
                         \        | (32)   /
                          \       |       /
                           \ ------------/
                            |  Malkuth   |
                            |   (10)     |
                            |  Die Erde  |
                             ------------

Noch ein kleiner Hinweis: Im Buch gehören Tiphareth und Sonne zusammen, und Netzach und Venus. Andererseits assoziiere ich Tiphareth mit Schönheit und Kunst, was eher zur Venus passt. Auf jeden Fall gehören "Beziehungen, Schönheit, die Seele" zu Tiphareth und "Sieg, Triumph" zu Netzach, was aber im Buch vertauscht ist. Leider steht dann die Sonne, wenn man sie mit Netzach assoziiert, nicht mehr im Zentrum des Baums des Lebens - es passt leider nie alles perfekt zusammen. Regelt das, wie Ihr wollt - es ist schließlich nur ein Spiel!

Die vier Welten

Die Kabbala bietet auch eine schematische Beschreibung des Universums durch die vier Welten an: Atziluth, Briah, Yetzirah, und Assiah. Atziluth ist METROPOLIS, der Ursprung und die Inspiration für die anderen Drei. Briah ist der Bereich der Archonten, der Teil der Gefangenschaft, der direkt vom Demiurgen kam. Yetzirah ist das Inferno, der Schatten von Briah, und die Welt, wo das Bewusstsein des Menschen durch das Vergessen neu geformt wird. Assiah ist die Illusion, unsere Realität.

Kabbala in der Praxis

Der Kabbalist will die Illusion verstehen und sich so von ihren Wächtern befreien. Er erreicht dies mit Hilfe der 32 Straßen, die durch den Baum des Lebens repräsentiert werden. Eine Straße zu bereisen heißt, einen der Wächter der Illusion schrittweise zu verstehen und symbolisch alles zu überwinden, was dieser Wächter repräsentiert. Wenn er eine Straße versteht, hat er sich unsichtbar für den Wächter, der zu dieser Straße gehört, gemacht. Sie können ihn nicht länger sehen. Wenn er überwunden hat, was eine Straße repräsentiert, hat er sich unberührbar gemacht. Die Wächter können ihn nicht länger berühren. Der, der alle 32 Straßen durchwandert, kann sich unverwundbar für alle Wächter der Illusion machen und erreicht die dreiunddreißigste, die unsichtbare Straße. Sie wird von den Kabbalisten Daath genannt. Wenn der Kabbalist diese versteht und überwindet, kann er sich auch der Macht des Demiurgen entziehen.
Die 32 Straßen zu durchwandern bedeutet in der Praxis, dass man lange und hart studieren muss, und Quellen liest, die meistens nur außerhalb der Illusion existieren. Ein Kabbalist muss lernen, wofür ein Wächter steht, welche Wesen ihm dienen, wie sie vorgehen, und welche ihre Stärken und Schwächen sind. Er muss die Natur des Wächters annehmen und verstehen, wie er die Illusion aufrecht erhält. Indem er dieses Wissen benutzt, kann er symbolisch konfrontieren und lernen zu kontrollieren, wofür der Wächter steht. Danach hat der Wächter keinen Einfluss mehr auf ihn.
Der Kabbalist beginnt seine Wanderung auf der letzten der Straßen, der Nummer 32. Hier trifft er auf die niedrigsten Wächter der Illusion, die menschlichen Diener der Liktoren. Dann arbeitet er sich nach oben, lernt alles, was es zu lernen gibt, über Liktoren und Raziden, Legionäre und Nephariten. Nach den 22 Pfaden erreicht er die Sefiroth, angefangen mit Malkuth. Er lernt alles über die Archonten und die entsprechenden Todesengel, bis er genug Macht erlangt hat, um zu konfrontieren, was sie symbolisieren. Er ist endlich bereit, um den letzten Schritt zu machen, die unsichtbare Straße des Demiurgen.
Der Weg ist lang und anstrengend. Wenige Kabbalisten beschreiten mehr als eine Handvoll der Pfade. Diejenigen, die die Ebene der Sefiroth erreicht haben, haben extensives Wissen über die Illusion und ihre Wächter. Sie sind gegen die niedrigeren Mächte geschützt, aber es gibt ein großes Risiko, dass sie nun die persönliche Aufmerksamkeit eines Archonten oder Todesengels auf sich ziehen, und dadurch von jedem weiteren Fortschritt ausgeschlossen sind.

Für das Spiel bedeutet das: Zusätzlich zu der Fertigkeit Kabbala (siehe unten) gibt es noch eine Fertigkeit für jede der 33 Straßen. Dadurch wird schon sichtbar, wie schwer und lang der Weg wird. Für alle diese Fertigkeiten gilt:
Immer, wenn ein Spieler mit dieser Fertigkeit einem passenden Wächter begegnet, würfelt er gegen seinen Wert für die entsprechende Straße. Wenn er Erfolg hat, erkennt er den Wächter, wird aber selbst nicht gesehen (außer, wenn er das anders will). Auch wenn ein Spieler theoretisches Wissen über die Wächter braucht (z. B. wenn er überlegt, was ein Liktor plant, um dies so vorhersagen zu können, oder etwas über die Hierarchie der Nephariten wissen will), kann er gegen seine Fertigkeit würfeln.

Ich habe mir auch überlegt, wie die praktische Anwendung dieses Wissens dann am Ende aussieht. Es gibt zwei Möglichkeiten, das Wissen über die Straßen im Spiel zu verwenden:
a) Esoterische Auslegung: Die Straßen der Kabbala vermitteln das Wissen, um Zaubersprüche niederzuschreiben, die einen Menschen, einen Gegenstand oder einen Ort vor den entsprechenden Wächtern zu schützen. (Für Menschen werden sie auf Pergamente geschrieben, sonst malt man sie auch auf anderes Material. In den "666"-Comics tauchen solche kabbalistischen Schutz-Pergamente auch auf.) Ein Mensch, der im Besitz solcher Pergamente ist, kann alle Wächter erkennen, auch wenn sie in menschlicher Gestalt auftreten. Er erkennt mit dieser Hilfe auch ihre Spuren, wenn er sie sieht (d.h. direkt; es reicht nicht, wenn er eine Zeitung mit einem Bericht über einen Politiker liest, um zu erkennen, ob er ein Liktor ist, aber bei einer Fernseh-Übertragung wäre dies möglich).
b) Realistische Auslegung: Es handelt sich bei den Straßen der Kabbala einfach um das, was man praktische Menschenkenntnis nennt (schließlich erscheinen die Wächter als normale Menschen), eine Mischung aus Psychologie, Hierarchologie und ergänzenden Wissenschaften (Politologie, Volkswirtschaft, Religion, je nach Wächter). Natürlich denken viele der Wesen, besonders die Archonten und Todesengel, anders, als viele Menschen jemals verstehen könnten, aber es ist zumindest theoretisch möglich, sie bzw. ihr Wesen und ihr Verhalten nachzuvollziehen.

Die Tabelle der Kabbala

Hier stehen die Mächte, die zu jeder der Straßen gehören, und was der Kabbalist auf jeder Ebene überwinden muss. Die planetarischen Symbole und hebräischen Buchstaben sind sehr wichtig für die Interpretation vieler kabbalistischer Dokumente.
Abkürzungen: GRW = Grundregelwerk; LoD = Legions of Darkness (keine deutsche Übersetzung)

Straße Nr.Symbol / Hebräischer BuchstabeWächter(erscheint in...) Was es zu verstehen und kontrollieren gilt
0Ain / Ain Sof / Ain Sof AurDemiurg / AstarothGRWDas Erwachen
1Premium Mobile *Kether / ThaumielGRW. Zusätzliche Informationen gibt es noch in LoD.Die Krone, die Macht zu herrschen
2Der Tierkreis der SternzeichenChokmah / ChagidielVaterschaft, der Intellekt
3SaturnBinah / SatharielMutterschaft, Verständnis, Weisheit
4JupiterChesed / GamichicothMitgefühl, Gnade, Liebe
5MarsGeburah / GolabGerechtigkeit, Stärke
6VenusTiphareth / TogariniBeziehungen, Schönheit, die Seele
7Die SonneNetzach / Hareb-SerabSieg, Triumph
8MerkurHod / SamaelBestrafung
9Der MondYesod / GamalielDie Grundlage der Welt
10Die ElementeMalkuth / NahemothDie Welt, die Rebellion
11AlephThe Black MessiahErscheint so ähnlich im Abenteuer "Echoes from the past". Dort heißt er allerdings "The Dark Messiah". Göttlicher Wahnsinn, Unbesonnenheit, Überschreiten der Grenzen
12BethThe white birds of Hermes / The sons of ChagidielVon den ersteren weiß ich nichts. Die zweiteren werden so ähnlich in LoD erwähnt.Wissen über Kreativität, Wille zur Magie
13GimelThe virgin oracle of Tiphareth???Einsicht, Verständnis geheimer Beziehungen, Weisheit der Jungfrauen
14DalethThe sons of Binah / The blood angels of SatharielDie ersteren sind in LoD erwähnt, allerdings als Söhne von Binahs Inkarnation Maria Feodorova. Die zweiteren stehen auch in LoD.Weibliche/r Mystizismus und Sexualität
15HeKether's heavenly dragons / enlightened lictorsDie ersteren stehen entfernt so ähnlich in LoD, als "O Luong". Von den zweiteren weiß ich gar nichts.Männliche Dominanz, Stärke und Sexualität
16VauLictorsGRWDie Struktur der Illusion, Akzeptanz der Macht des Demiurgen
17ZainThe Loving Dead / The Daughter of the Demiurge??? / ???Die Vereinigung der Gegensätze, Liebe und Schönheit
18HethThe angels of SamaelLoDSieg und Triumph, Lust an Zerstörung und Bestialität
19TethThe hermits of Ras Shaurim / HauriesVon den ersteren weiß ich nichts. Die zweiteren werden in LoD erwähnt.Zurückhaltung, Balance, die Anziehung des Hungers und der Verkümmerten
20YodSeraphimLoD / SpielerhandbuchGefallene Schönheit, verlorene Ehre, Bitterkeit
21KaphThe honor guard of LightWerden in LoD als "Knights of Light" erwähntSchwarze Engel, Anziehung der Kälte und Perfektion
22LamedThe children of Shiva / Gamaliel's red virgins??? / ???Sexualität als Fluchtweg
23MemGeburah's court servants / NepharitesBei den ersteren bin ich nicht ganz sicher. Die zweiteren sind aus dem GRW gut bekannt.Mitgefühl ohne zu verstehen, Schmerz, Folter
24NunRazidesGRWTod, Vergesslichkeit, Wechsel
25SamekhGeburah's executioners / ExcruciesBeide LoDWiedergeburt, der Zwang, aufzugeben und neu anzufangen
26AyinThe legionnaires of AntichristGRW, bin aber nicht ganz sicher, was die korrekte Entsprechung im Deutschen istErbarmungslosigkeit, Ambitionen, kopflose Pläne
27PeThe black guard / The legionnaires of deathDie ersteren stehen in LoD. Die zweiten stehen (glaube ich) im GRW, bin aber nicht ganz sicher, was die korrekte Entsprechung im Deutschen istKrieg, die Apokalypse, die Anziehung der Zerstörung
28TzaddiThe dream hunters of Geburah??? Vielleicht steht in der 2nd Edition etwas darüber. Ansonsten empfehle ich Jason Justs Quellenbuch über die Traumwelten.Träume als Fluchtweg
29QophCairathGRWWahnsinn als Fluchtweg
30ReshServiliansLoD, und 2nd Edition möglicherweise auchUnterwürfigkeit unter Ehre und das blendende Licht
31ShinProto lictorsLoDResignation und Glaube an das Schicksal
32TauHuman servantsErklärt sich von selbst ;-)Die Welt als Gefängnis

*: Früher glaubte man: Alle Planeten und Sterne umkreisen die Erde auf ineinanderliegenden Sphären. Alle diese Sphären werden durch das "Premium Mobile", den "Ersten Beweger", bewegt.

Wissen des Kabbalisten

Die Kabbala ist die eine okkulte Wissenschaft, die uns das meiste solide Wissen über die Illusion und die Diener des Demiurgen gibt. Ein Kabbalist kennt oft die Namen von mehr Dämonen und Engeln als ein normaler Beschwörer. Er hat sich die Hierarchien der Liktoren und die Ränge in den Legionen der Verdammten eingeprägt. Unten stehen die Straßen, die ein Kabbalist mit bestimmten Fertigkeitswerten begehen kann. Die Tabelle oben ist ein kleiner Führer für das Wissen über die verschiedenen Straßen. Ein Kabbalist hat immer den halben Kabbala-Fertigkeitswert für Lesen / Schreiben (Hebräisch).
Wichtig: Der Fertigkeitswert in Kabbala sagt nichts darüber, wie weit und welche der 32 Straßen der Kabbalist gemeistert hat. Die Kabbala ist nur die Basis, die es möglich macht, die 32 Straßen zu begehen. Es ist möglich, sehr hohe Werte in Kabbala zu haben, ohne eine einzige der Straßen des Baum des Lebens betreten zu haben. Jede der 32 Straßen muss bewusst betreten werden, die Information muss herausgesucht werden, und der Kabbalist muss symbolisch das, wofür jeder Wächter steht, absorbieren und lernen, es zu beherrschen.

Der Novize (Fertigkeitswert 1 - 9)

Der Novize kann einfache Textanalysen machen. Er weiß von den vier Welten, den Baum des Lebens und die 32 Straßen, versteht aber nicht wirklich, wie er die Straßen betreten soll, um Wissen zu erwerben. Er kennt die kabbalistische Schöpfungsgeschichte, und kann die Beziehungen zwischen der Kabbala, Astrologie, Numerologie und Tarot beschreiben.

Der Student (Fertigkeitswert 10 - 19)

Der Student ist bereit, die 32 Straßen zu behandeln. Er kann von der zweiunddreißigsten bis hinauf zur zwanzigsten Straße kommen, bis er sein Wissen über die Kabbala vertiefen muss, um weiter zu kommen. Er hat die Beziehungen zwischen der menschlichen und der göttlichen Natur realisiert. Er weiß über METROPOLIS, das Inferno und die anderen Welten jenseits der Illusion.

Der Adept (Fertigkeitswert 20 - 29)

Der Adept kann hinauf bis zur elften Straße steigen. Er weiß, dass die Menschheit eingesperrt wurde, und dass der Baum des Lebens die Gefängniswächter und ihre Beziehungen beschreibt. Er kann damit beginnen, die Verbindungen zwischen der Illusion und der Menschheit zu studieren, die man beide mit den Symbolen des Baums des Lebens beschreiben kann.

Der Meister (Fertigkeitswert 30 - 39)

Der Meister ist bereit, seine Wanderung auf den letzten zehn Straßen zu beginnen, durch den Bereich der Archonten und Todesengel. Er weiß, dass der Demiurge verschwunden ist, und dass die Illusion am Zerfallen ist. Er weiß, dass vier der zehn Archonten verschwunden sind, und dass auch das Inferno zerbrechen wird. Er weiß, dass die Kabbala einer der sieben Schlüssel ist.

Der Kabbalist (Fertigkeitswert 40+)

Der Kabbalist ist bereit, die unsichtbare dreiunddreißigste Straße zu sucheen. Er kennt die geheimen Theorien über die Natur des Demiurgen, weiß, dass Astaroth sein dunkler Schatten ist, und dass Gott vielleicht ein menschliches Wesen ist. Er kennt viele Theorien über das Verschwinden des Demiurgen.

Ergänzung im Nachhinein:

Umberto Eco ("Der Name der Rose") hat in seinem Buch "Das Focaultsche Pendel" viel über die Kabbala geschrieben. (In dem Buch tritt ein Kabbalist namens Diotallevi auf, der kein Jude ist, aber immer behauptet, einer zu sein. Am Ende vom Buch geht er - wie er glaubt - an der Kabbala zugrunde. Siehe ganz unten.)
Hier habe ich die Zitate zu den zehn Sefiroth zusammengefasst:
  1. "Die erste Sefirah ist Kether, die Krone, der Anfang, die ursprüngliche Leere. Als erstes schuf Er einen Punkt, und es ward das Denken, worin Er alle Gestalten entwarf... Er war und war nicht, eingeschlossen in Namen und dem Namen entronnen, Er hatte noch keinen anderen Namen als 'Wer?', reines Verlangen, bei einem Namen genannt zu werden... Am Anfang schrieb Er Zeichen in die Aura, eine dunkle Lohe loderte aus dem geheimsten Grund wie ein farbloser Nebel, der dem Formlosen Form gab, und kaum hatte der Nebel sich auszubreiten begonnen, bildete sich in seinem Zentrum ein Quell von Flammen, die sich ergossen, um die niederen Sefiroth zu erhellen, hinab bis ins Reich.
    Doch vielleicht war in diesem Zimzum, in diesem Rückzug, und dieser Einsamkeit schon die Verheißung des Tiqqun enthalten, das Versprechen der Wiederkehr."
  2. "In der zweiten Sefirah verwandelt sich das dunkle Aleph in das leuchtende Aleph. Aus dem Finsteren Punkt entspringen die Lettern der Torah, der Leib sind die Konsonanten, der Hauch die Vokale, und zusammen begleiten sie den Gesang des Frommen. Wenn die Melodie der Zeichen sich bewegt, bewegen sich mit ihr die Konsonanten und Vokale. Daraus entsteht Chokmah, die Weisheit, das Wissen, die Uridee, in welcher alles enthalten ist wie in einem Schrein, bereit sich zu entfalten in der Schöpfung. In Chokmah ist enthalten das Wesen all dessen, was folgen wird..."
  3. "Binah ist der Palast, den Chokmah sich errichtet, indem sie sich ausdehnt aus dem ursprünglichen Punkt. Wenn Chokmah die Quelle ist, so ist Binah der Fluss, der ihr entspringt, um sich dann zu teilen in seine vielerlei Arme, bis alle sich schließlich ins große Meer der letzten Sefirah ergießen - und in Binah sind alle Formen schon vorgeformt."
  4. "Chesed, sprach Diotallevi, ist die Sefirah der Gnade und der Liebe, weißes Feuer, Südwind. [...] Heute weiß ich, dass Chesed nicht nur die Sefirah der Gnade und der Liebe ist. Sie ist auch der Moment der göttlichen Expansion des göttlichen Wesens, das sich ausdehnt zu seiner unendlichen Peripherie. Sie ist Sorge der Lebenden für die Toten, aber irgendwer muss auch gesagt haben, dass sie zugleich Sorge der Toten für die Lebenden ist."
  5. "Der Bruch der Gefäße. Diotallevi sprach oft von der späten Kabbalistik Isaak Lurias, in der die geordnete Artikulation der Sefiroth sich verlor. Die Schöpfung [...] sei ein heftiges Ein- und Ausatmen Gottes [...] Um die Welt zu blasen, wie man eine Glaskugel bläst, muss Gott sich zuerst in sich selbst zurückziehen, um Atem zu schöpfen, und dann bläst er den langen Lichterhauch der zehn Sefiroth heraus. [...] 'Aber die Lichter der Sefiroth müssen in Gefäße eingefasst werden, die ihrem Strahlen standzuhalten vermögen. Die Gefäße der drei ersten, Kether, Chokmah und Binah, hielten ihrem Leuchten stand, während bei den unteren Sefiroth, von Chesed bis Yesod, das Licht und der Hauch in einem Zuge mit solcher Heftigkeit ausströmten, dass die Gefäße zerbrachen. Die Fragmente des Lichts zerstreuten sich durchs Universum, und so entstand die rohe Materie.'
    Der Bruch der Gefäße sei eine ernste Katastrophe, [...] nichts sei unbewohnbarer als eine fehlgeschlagene Schöpfung. Es müsse von Anfang an einen Fehler im Kosmos gegeben haben, und auch die klügsten Rabbiner hätten ihn nicht vollständig zu erklären vermocht. Vielleicht seien in dem Moment, als Gott ausatmete und sich entleerte, im Urgefäß ein paar Tröpfchen Öl geblieben, ein materieller Rückstand, der Reschimu, und Gott habe sich zusammen mit diesem Rückstand verströmt. Oder irgendwo hätten bereits die Qelippoth auf der Lauer gelegen, die 'Schalen' oder Kräfte des Bösen.
    Und dann, [...] im Licht von Geburah, dem Strengen Gericht, auch Din, die Strafgewalt, oder Pachad, die Furcht genannt, der Sefirah, in der nach Isaak dem Blinden das Böse sich zeigt, gelangten die Schalen zu realer Existenz.
    'Alles fließt aus Gott in der Kontraktion des Zimzum. Unser Problem ist, den Tiqqun zu realisieren, die Rückkehr, die Reintegration des Adam Kadmon. Also müssen wir das Ganze in der ausgewogenen Form der Parzufim rekonstruieren, der Gesichter oder Gestalten, die den Platz der Sefiroth einnehmen werden. Der Aufstieg der Seele ist wie eine seidene Schnur, die dem Frommen erlaubt, sich im Dunkel den Weg zum Licht zu ertasten. So bemüht sich die Welt jeden Augenblick, indem sie die Lettern der Torah kombiniert, die natürliche Form wiederzufinden, die sie aus ihrer grauenhaften Verwirrung erlöst.' [...] Das Weibliche, sagt Moses Corduvero, ist zur Linken, und all seine Attribute streben zu Geburah... Es sei denn, der Mann nutzte diese Strebungen, um seine Braut zu schmücken, und wendete sie, indem er sie zähmte, zum Guten. Mit anderen Worten, jedes Verlangen muss in Grenzen bleiben. Andernfalls wird Geburah das Strafgericht, der dunkle Schein, die Welt der Dämonen." (Anmerkung von M. S.: Wer's glaubt...)
  6. "Wenn Geburah die Sefirah der Furcht und des Bösen ist, so ist Tiphareth die Sefirah der Schönheit und der Harmonie. Sie ist die erhellende Spekulation, der Baum des Lebens, das Vergnügen, der purpurne Schein. Sie ist die Eintracht von Regel und Freiheit. [...] Ich hatte die Kreation des Großen Plans wie den Moment von Tiphareth erlebt, das Herz des Sefiroth-Leibes, die Eintracht von Regel und Freiheit. Diotallevi hatte mir gesagt, dass Moses Cordovero uns gewarnt hatte: 'Wer sich wegen seiner Torah über den Ignoranten erhebt, will sagen über das ganze Volk Jahwes, der bringt Tiphareth dazu, sich über Malkuth zu erheben.' Doch was Malkuth ist, das Reich dieser Erde in seiner strahlenden Einfachheit, das begreife ich erst jetzt."
  7. "Netzach ist für einige Interpreten die Sefirah der Ausdauer, des Ertragens, der beharrlichen Geduld. [...] Doch für andere Interpreten ist Netzach die Überwindung, der Sieg. Wessen Sieg?"
  8. "'Denn wahrlich, ich sage Dir, diese Nacht bist Du, bin ich, sind wir alle in Hod, der Sefirah des Glanzes, der Majestät und der Glorie, in Hod, das die zeremonielle und rituelle Magie regiert, in Hod, dem Augenblick, da sich die Ewigkeit auftut.'"
  9. "[...] dass man in Yesod sein kann, der Sefirah des Fundaments, dem Zeichen des Bundes des hohen Bogens, der sich spannt, um Pfeile abzufeuern auf Malkuth, sein Ziel. Yesod ist der Tropfen, der aus dem Pfeil quillt, um den Baum und die Frucht zu erzeugen. Yesod ist die Seele der Welt, denn es ist der Moment, in dem die männliche Kraft als zeugende alle Seinszustände miteinander verbindet.
    Wer diesen Venusgürtel zu weben weiß, der macht den Fehler des Demiurgen wett."
  10. "Jetzt weiß ich, was das Gesetz des Reiches ist, das Gesetz jener armen, verzweifelten und zerlumpten Malkuth, in die sich die Weisheit gerettet hat wie ins Exil, tastend nach ihrer verlorenen Klarheit suchend. Die Wahrheit von Malkuth, die einzige Wahrheit, die in der Nacht der Sefiroth leuchtet, ist, dass die Weisheit sich nackt in Malkuth enthüllt, und sie enthüllt, dass ihr Geheimnis im Nicht-Sein liegt, im Nicht-Existieren außer für einen einzigen Augenblick, nämlich den letzten. Danach fangen die Anderen wieder an.
    Und mit den Anderen die Diaboliker, die nach Abgründen suchen, in denen sich das Geheimnis verbrigt, das ihre Verrücktheit ist."

Diotallevis Ende:
"'So wie es im Körper des Menschen Glieder und Gelenke und Organe gibt, so gibt es auch welche in der Torah, verstehst du? [...] Aber als Rabbi Meir den Rabbi Ismael fragte, ob er es richtig mache, sagte dieser: Mein Sohn, sei vorsichtig bei der Arbeit, denn es ist eine göttliche Arbeit, und wenn du nur einen einzigen Buchstaben auslässt oder zuviel schreibst, zerstörst du die ganze Welt... Wir haben versucht, die Torah umzuschreiben, aber wir haben uns nicht um die zu vielen oder zu wenigen Buchstaben gekümmert... [...] Die Lettern des Buches verrühren heißt die Welt verrühren. [...] Jedes Buch ist verwoben mit dem Namen Gottes, und wir haben alle Bücher der Geschichte anagrammatisiert, ohne zu beten. [...] Indem wir die Worte des Buches manipulierten, wollten wir den Golem erschaffen. [...] Ich erlebe jetzt in meinem Körper, was wir als Spiel im Großen Plan gemacht haben. [...] Monatelang haben wir wie fromme Rabbiner mit unseren Lippen eine andere Kombination der Lettern des Buches ausgesprochen. Was unsere Lippen sagten, das haben unsere Zellen gelernt. Was haben meine Zellen gemacht? Sie haben einen abweichenden Plan erfunden, und jetzt gehen sie ihre eigenen Wege. Meine Zellen haben inzwischen gelernt, dass man lästern kann, indem man das Heilige Buch anagrammatisiert [...] Und genauso machen sie es nun mit meinem Körper. [...] sie kreieren neue, nie gesehene und sinnlose Zellen oder solche, deren Sinn dem richtigen Sinn zuwiderläuft. Es muss einen richtigen Sinn geben, der sich von den falschen unterscheidet, sonst stirbt man. [...] Ich habe Wortgeschichten studiert, um zu begreifen, was mit meinem Körper passierte. [...] Hast du jemals darüber nachgedacht, dass der linguistische Terminus >Metathese< dem onkologischen Terminus >Metastase< ähnelt? [...] Das Wörterbuch sagt dir, dass Metathese Umstellung heißt, Mutation. Und Metastase heißt Umstellung, Veränderung. [...] Die Wurzel ist dieselbe, entweder das Verb metathemi oder das Verb methistemi. Aber metathemi heißt: Ich setze um, ich verrücke, verschiebe, substituiere, schaffe ein Gesetz ab, ändere den Sinn. Und methistemi? Genau dasselbe, ich verlagere, permutiere, transponiere, ändere die öffentliche Meinung schnappe über und werde ver-rückt. Und so haben es auch meine Zellen getan, gehorsam. Deswegen sterbe ich [...] Ich rede jetzt so, weil ich endlich alles über meinen Körper begriffen habe. Ich studiere ihn Tag für Tag, ich weiß, was in ihm vorgeht, ich kann nur nicht eingreifen, meine Zellen gehorchen mir nicht mehr. Ich sterbe, weil ich meine Zellen davon überzeugt habe, dass es keine Regel gibt, dass man aus jedem Text machen kann, was man will. Ich habe mein Leben dafür gegeben, mich davon zu überzeugen, mich samt meinem Gehirn. Und mein Gehirn muss die Botschaft an sie weiter gegeben habe, an die Zellen. Wieso sollte ich mir einreden, meine Zellen seien klüger als mein Gehirn? Ich sterbe, weil wir über jede Grenze hinaus phantasievoll gewesen sind.'"

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