Geh weiter!

Während die Sonne auf die Stadt niederbrennt, stolpert ein Mann den Bürgersteig entlang, der kaum noch aufrecht stehen kann. Die Augen von dem Mann sind blutunterlaufen und scheinen sich ständig zu bewegen. Er stützt sich mit der Hand gegen eine Mauer, wie er fast hinfällt, und schaut zum Himmel auf. "Hört auf mich zu verfolgen!" schreit er in die Wolken. "Ihr Dreckschweine! Ich weiß nichts von eurem Geheimnis!" Er schüttelt seine Fäuste gegen die Vögel über ihm. "Sagt ihnen alles! Ich weiß nichts! Ich werde nie mehr frei sein. NIE MEHR!!" Dann murmelt er unverständliches Zeug zwischen heftigen Atemzügen, während er die Leute auf der Straße anstarrt.

Ein kleiner Punker mit rosa Haaren und Tätowierungen auf beiden Backen, grinst über den Mann. "DU!" brüllt der Mann. "Du weißt, warum sie nicht aufhören!" Der Punker lacht weiter, bis der Mann auf ihn zu rennt. Der Kleine will auch losrennen, aber der Mann wirft ihn zu Boden und hält ihn mit seinem Gewicht unten. "Du Arschloch (der Mann packt sein Gesicht), warum hören sie nicht auf. Ich weiß, du kennst ihr Geheimnis." Der Punk fängt an, zu versuchen, sich aus dem Griff des Manns zu befreien. Der Mann greift in die Jeanstasche von dem Kleinen, zieht seine Geldbörse heraus und steckt sie in seine ausgebleichten Jeans. "Ich weiß nichts von diesem Scheiß, Mann! Lass mich jetzt besser los", droht der Punk. Der Mann greift in das rosa Haar von dem Kleinen und fängt an, sein Gesicht gegen den Boden zu schlagen. Die Passanten schauen zu, aber tun nichts. Der Mann macht weiter, "Ich weiß (schlägt das Gesicht von dem Punk auf den Boden), sie haben es dir gesagt (schlägt)! Und wenn du nicht willst, dass ich deine Nase zu Brei schlage, dann (schlägt) sagst (schlägt) du's (schlägt) mir besser." Mit dem letzten Wort steht der Mann auf und tritt den Punk in die Rippen.

Der Punk kommt langsam wieder hoch, sein Gesicht ist von den Schlägen verwundet, seine Tattoos kaputt. Blut läft über sein Gesicht, seine Nase und Augenbrauen sind übel mitgenommen. "Tut mir Leid, Mann, ich weiß nichts! Lass mich weggehen", versucht er heulend zu sagen, während im Blut in den Mund läft. Der Mann scheint zu verstehen und lächelt. "Dann verrate ich dir ihr Geheimnis", sagt der Mann, bevor er dem Punk etwas ins Ohr flüstert.

Wenn er damit fertig ist, wird der Mann weiterstolpern und in der Ferne verschwinden. Der Punker wischt sich das Blut von der Nase, ist immer noch wie betäubt von Schmerz und Adrenalin, und schaut zum Himmel auf. Die Sonne schaut auf ihn hinunter, ihre Hitze durchdringt ihn. Der Punker hält sein Gesicht und geht weg.

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Niemand kennt seinen Namen, oder weiß, von wo er herkommt, ob er eine Familie hat. Er wandert unaufhörlich durch die Straßen der Stadt und schreit zum Himmel, sie sollen ihn in Ruhe lassen. Er schreit, dass er von nichts weiß, dass er unschuldig ist. Niemand hat ihn je bei etwas anderem gesehen als beim Stolpern und Schreien, oder Kaffeetrinken oder Speed-Schlucken. Manchmal allerdings wird der Mann bemerken, wie ihn jemand anschaut. Wenn das passiert, wird er denjenigen brutal überfallen und ihn anschreien, warum SIE ihn nicht in Ruhe lassen. Was auch immer der andere sagt, wird dem Mann nicht gefallen, und er wird ihn weiter schlagen. Wenn er endlich damit fertig ist, wird er dem anderen das Geheimnis ins Ohr flüstern.

Das genaue Geheimnis ist von Person zu Person verschieden. Manchmal ist die US-Regierung hinter ihm her, manchmal die Kommunisten, manchmal auch die Ratten der Stadt. Wer auch immer es jetzt ist, sie glauben auf jeden Fall, dass der Mann ihr Geheimnis kennt, und der Mann kennt viele Geheimnisse. Manchmal geht es darum, dass die USA in Wirklichkeit von den Geistern der toten Präsidenten kontrolliert wird, die versuchen, die Körper der Lebenden besessen zu machen. Manchmal sind es die bösen Roten, die ständig dabei sind, Pläne zu entwickeln, um alle Männer zu töten und die Amerikanerinnen zu schwängern. Seit neuestem ist er davon überzeugt, dass es wirklich die Ratten sind, die dauernd versuchen, die Nahrungsbestände der Welt zu vergiften, um die Menschheit auszuradieren.

Aber wie auch immer, am Ende benutzen alle (wer auch immer sie in diesem Moment sind) dieselbe Methode, um ihn zu eliminieren. Sie benutzen Satelliten auf einer Erdumlaufbahn, die mit unsichtbaren Mikrowellenstrahlern ausgerüstet sind, um ihn zu rösten. Er weiß, dass der Strahl ihn von innen heraus verbrennen wird, so dass es nach spontaner Selbstentzündung aussieht. Die Polizei und die Feuerwehr sind schon komplett unter ihrer Kontrolle (sie benutzen Strahlen, die sie über Fernsehen und Radio aussenden und so die Gedanken kontrollieren), so dass ihre Geheimnisse wieder in Sicherheit sein werdn, wenn er erst einmal tot ist. Aber er weiß, wie er ihren Satelliten entkommen kann; er muss ständig weitergehen. Der Mikrowellenstrahl braucht ein festes Ziel, auf das er eingestellt wird, also ist er sicher, solange er weitergeht. Deshalb muss er auch ständig Kaffee und Speed zu sich nehmen, um wach zu bleiben.

WAS HIER WIRKLICH LOS IST

Die Einzelheiten über den Mann und seine Spielwerte sind nicht festgelegt, damit der SL diesen Charakter besser in sein Spiel einbauen kann. Wie auch immer, es gibt drei Möglichkeiten, was wirklich hinter diesem Mann steckt.

Alles ist wahr:

Oder so. Die Vorstellungen des Mannes sind real. Es gibt wirklich einen Satelliten, der einen unsichtbaren Hitzestrahl auf seinen Kopf richtet, auf Befehl der Ratten. Allerdings, was der Mann nicht weiß, geht hier noch etwas ganz anderes vor. In der Vergangenheit, wie der Mann immer tiefer in den Wahnsinn hineinrutschte, kam er in die Maschinenstadt von METROPOLIS. Wie er da war, wurde er von Techronen angegriffen, nachdem er ihre Experimente mit Cyber-Ratten beobachtet hatte. Irgendwie schaffte es der Mann, grade noch mit dem Leben davonzukommen, kehrte in die Illusion zurück und versuchte, mit seinem Verstand zu verarbeiten, was passiert war. Die Techronen, die ihre Geheimnisse schützen wollten, schickten einen speziellen Satelliten und eine Horde Cyber-Ratten in die Illusion, um den Mann zu vernichten (gleichzeitig sollte das ein Feldtest für die Ratten sein). Jetzt flieht der Mann vor den Ratten, weiß nie, welche echt sind, und welche unter der Kontrolle des Killersatelliten stehen.

Versuchskaninchen:

Der Mann ist ein Experiment von einem Wesen von außerhalb der Illusion. Dieses Wesen (Liktoren von Malkuth? Wieder Techronen? Etwas noch Schlimmeres?) hat das Bewusstsein des Mannes verändert und ihm dabei aus Versehen die Fähigkeit der Pyrokinese gegeben. Außerdem hat es die Seele des Mannes total aus dem Gleichgewicht gerissen (nachdem er von der Entführung und den Experimenten schon ziemlich gestört war). Jetzt glaubt der Mann, dass mysteriöse Gruppen hinter ihm her sind, weil er Dinge weiß, von denen er nichts wissen sollte. Tatsächlich ist es das Unterbewusstsein des Mannes, das Leute vernichtet, die von dem geheimnis wissen (der Mann denkt, dass SIE es sind, die die Leute töten, mit denen er redet). Wie auch immer, der Mann selbst ist im Moment vollkommen sicher, da sein Unterbewusstsein noch nicht so weit ist, dass es ihn selbst vernichtet.

Alles ist falsch:

Das ist am besten für Gruppen geeignet, die selbst schon paranoid sind und alle KULT-Bücher gelesen haben. Der Mann ist einfach verrückt, Schluss, aus, fertig. Es gibt keinen Satellit, keine Verschwörung, nichts.
Allerdings sollte der Spielleiter, um die Spannung zu erhalten, seltsame Dinge passieren lassen. Z.B. könnten die Spieler auf einmal eine gewisse Wärme spüren, sobald sie stehenbleiben, nachdem sie die "Wahrheit" von dem Mann gehört haben. Lass sie in der Nacht schweißgebadet aufwachen, als ob sie grade am Verbrennen gewesen wären. Wenn die Spieler vermuten, dass alles nur psychosomatische Einbildungen sind, erledige sie von hinten. Lass den Mann mit einem anderen NSC reden, der dann spontan in Flammen aufgeht. Dieser Zusammenhang scheint unmöglich zufällig zustandegekommen zusein, was aber grade der Fall ist >B->
Anschließend können die Spieler tun, was sie wollen, aber wenn sie jetzt wie wild wegrennen und nach IHNEN suchen, bringt sie das noch eher in Astaroths Küche, als wenn die Wahnvorstellungen des Verrückten wahr wären.

Der paranoide Mann

Verhalten:

Du musst alle warnen, bevor SIE dich aufhalten können. Du musst alle dazu bringen, die Wahrheit zu erkennen. Und du musst dich selbst retten, also trink Kaffee.

Tips für den Spielleiter:

Dreh deine Augen ständig hin und her, aber unterbrich zwischendurch kurz. Beim Gestikulieren ständig die Geschwindigkeit wechseln; eine Sekunde langsam und unbeholfen, kurz darauf zitternd, und gleich danach blitzschnell.

Original von Shelby Babb, Übersetzung von Max Sinister

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